Das Paddel richtig halten
Ein korrekter Griff überträgt die Kraft aufs Wasser und schont die Muskeln. Drei Anhaltspunkte genügen.
- Der Handabstand. Heben Sie das Paddel über den Kopf und beugen Sie die Ellbogen im 90°-Winkel. Der dabei entstehende Abstand zwischen Ihren Händen ist der richtige.
- Die Ausrichtung der Blätter. Die hohle Seite, die Arbeitsfläche, zeigt zu Ihnen. Bei asymmetrischen Blättern kommt der längere Teil nach oben.
- Die entspannte Hand. Bilden Sie mit Daumen und Zeigefinger ein „O“; die übrigen Finger liegen einfach auf dem Schaft. Halten Sie die Handgelenke gerade: So schützen Sie sie vor Sehnenscheidenentzündungen.
Richtig im Kajak sitzen
Die Kontrolle beginnt vor dem ersten Paddelschlag. Achten Sie auf drei Kontaktpunkte:
- der Rücken ist aufrecht;
- die Knie drücken gegen die Seiten des Cockpits;
- die Füße stehen auf den Fußrasten.
Mit diesem Dreieck steuern Sie das Kajak mit der Hüfte, und Ihre Beine schlafen nicht ein.
Paddeln ohne zu ermüden
Drei Gedanken vereinfachen die Bewegung.
- Der Rahmen. Stellen Sie sich einen Kasten vor, den Ihre Arme und das Paddel bilden. Er soll sich während des Schlags nicht verformen.
- Die Rumpfdrehung. Die Kraft kommt aus dem Bauchnabel. Drehen Sie den Oberkörper, um das Wasser weit vorn zu fassen, statt nur mit den Armen zu ziehen.
- Der Beindruck. Stemmen Sie die Füße ab und drücken Sie mit dem Fuß auf der Seite des arbeitenden Blatts, um die Energie zu übertragen.
Das Gleichgewicht halten
Das Gleichgewicht im Kajak ist dynamisch, nicht statisch. Bleiben Sie locker und lernen Sie, mit dem Paddel zu reagieren, statt zu verkrampfen.
Die Stützschlag-Technik („Low Brace“)
Das ist der erste Sicherheitsreflex. Kippt das Kajak, lehnen Sie sich zur Kenterseite und stützen sich mit dem Paddel ab:
- Schlagen Sie mit der Rückseite des Blatts flach aufs Wasser, die Ellbogen hoch, der Schaft tief an der Brust.
- Geben Sie gleichzeitig einen kräftigen Hüftstoß zur Gegenseite, um das Boot aufzurichten.
- Lassen Sie das Paddel niemals los: Es ist Ihr ständiger Balancierstab.
Wenn Sie ins Wasser fallen
Lassen Sie die Schwimmweste geschlossen. In starker Strömung verlassen Sie Ihr Kajak nicht. Auf der Semois ist der Fluss oft weniger als einen Meter tief: Stehen Sie auf, ziehen Sie das Boot ans Ufer, leeren Sie es und fahren Sie weiter. Die Einweisung vor dem Start erklärt das richtige Verhalten im Detail.
Kajak oder Kanu?
Das Kajak ist wendiger. Das Zweierkanu ist breiter und kippstabiler, was Familien oft beruhigt. Auf unseren Strecken sind die Einstiegsstellen dieselben. Für Ihre Wahl hilft der Ratgeber Kajak mit Kindern.
Für Fortgeschrittene
Bei der Eskimorolle dreht man das Boot um und richtet es mit einer Hüftbewegung wieder auf. Schon die Inuit beherrschten sie; mehr dazu steht in der Geschichte des Kajaks. Diese Technik lässt sich nicht improvisieren und auch nicht aus einem Ratgeber lernen: Man übt sie mit einem Trainer.
Prüfen Sie vor der Abfahrt den Schwierigkeitsgrad des Flusses und die Befahrungsregeln. Eine ruhige Strecke wie die auf der Semois eignet sich ideal zum Üben.